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Saison 2013/14 Transportoptionen nach Koh Chang, Trat, Hat Lek (Cambodia)

Sunday, September 15th, 2013

© 09/2013 Frank P. Schneidewind

 

Im äußersten Südosten von Thailand, befindet sich die Provinz Trat mit ihren traumhaften Inseln Koh Chang, Koh Wai, Koh Mak und Koh Kood, sowie dem hochfrequentierten Grenzübergang nach Cambodia bei Hat Lek nach Koh Kong (mit Weiterverbindungen nach Sihanoukville und Phnom Penh).

Dieser Report zeigt mögliche Alternativen via Trat zu den Zielgebieten Koh Chang und Hat Lek auf, alle Angaben sind selbst recherchiert, aber ohne Gewähr.

Koh Chang hat eine lange Historie für mich, denn bereits vor seit dem Millennium ist die Insel im Golf von Siam ein ganz besonders häufiger Anlaufpunkt für mich. In meinen wilderen Jahren hatte Koh Chang außer viel Natur nicht allzu viel im touristischen Angebot, einmal abgesehen vom Stelzendorf Bang Bao und Hat Sai Khao mit seinen Hütten, Bungalows und später auch Hotels. Hat Sai Khao wurde  umgetauft zu White Sands Beach (übersetzt TH in EN) und eine schmale Asphaltstraße replatzierte die sandige Offroad Piste später zwischen den Dörfern der Insel. Koh Chang hat sich seither erheblich verändert, doch die Touristenmassen in Horden (wie beispielsweise auf Phuket oder Koh Samui) gab es hier bisher nie. Es gibt aber eine Reihe von Hotels und Resorts entlang der Küstenstraße. Dem einzig nennenwert besiedelten Bereich der Insel. Das sind auch im Wesentlichen die zugänglichen Bereiche. Unser SIAMPEDIA Koh Chang Guide gibt hierzu detailliert Aufschluss und zeigt einige der interessantesten Beaches im Panoramaschwenk als Video.

Flugzeug nach Trat:

Trat hat einen kleinen Flughafen, der von Bangkok Airways aus der Hauptstadt angeflogen wird. Die Firma bewirtschaftet den Airport exklusiv und ist bekannt für stolze Preise. Achtung: Ein Transfer vom Airport Trat zum Pier der Fähre muss immer extra dazu gebucht werden. 

Update:  Direktflüge zwischen Trat und Koh Samui sowie Phuket wurden erstmals in der Hochsaison 2010/2011 angeboten. Bitte erkundigen Sie sich bei Interesse auf deren Website. In der Saison 2013/2014 scheint es diese Inselverbindungen nicht mehr zu geben.

Für uns keine wirkliche Zeitersparnis, denn wenn alle Zeiten addiert werden: Transfer zum Airport, Check-In, Zeitphase welche man vor dem Abflug da sein sollte, 40+ Minuten Flug, Check-Out, Gepäckausgabe, Transfer zur Fähre. Wir zahlen weniger für den Transport von Bangkok zum Pier mit dem flinken Minibus, als es uns kosten würde zum Airport Bangkok mit dem Taxi zu fahren.

Ist nur etwas für wirklich eilige Urlauber, welche sowieso am Airport Bangkok ankommen. Das Gepäck kann hierher obendrein nicht durchgecheckt werden! Der Minibus hat allerdings ein Manko mit der Gepäckkapazität (Rucksack ja, Koffer nein), wer aber einen Extraplatz im Minivan bucht, dessen Gepäck (Koffer) wird garantiert auch mitgenommen (~300 Baht).

Fähren nach Koh Chang:

Fähren gibt es während der hellen Tagesstunden zahlreich, die vom Ao Thammachad legt im 45 Minuten Takt von 6:30 Uhr bis etwa um 19 Uhr ab. Die Centerpoint Ferry ab Laem Ngop Pier verkehrt weniger frequent (stündlich) und legt eine etwas weitere Strecke zurück. Ao Thammachad Fähren brauchen ca. 45 Minuten, Centerpoint benötigt einen Transitzeit von 60 Minuten. Ein Ticket (Thammachad nur noch Einweg erhältlich!) kostet 80 Baht. Reisende berichteten, dass Centerpoint Ferry das verbilligte Returnticket den Ausländern vorenthält, aber das ist nur ein billiger Abzocktrick und kann durch den Kauf direkt am Fährenterminal vermieden werden. Die Centerpoint Fähre wird von den Einheimischen und dort ansässigen Expats verwendet, wir empfehlen diese nun nicht nur wegen den preiswerteren Returntickets. Busse und auch Minivans benutzen beide Fähren. Wer via Trat anreist, dem empfehlen wir nun die Centerpoint Fähre. Blaue Minibusse dienen Centerpoint an, weiße Minibusse den Thammachat Pier.

Achtung: Der Trat Busterminal wurde an einen Ort 2 km außerhalb des Stadtkerns verlegt! Steigen Sie nach Möglichkeit bereits am Marktplatz der Stadt Trat (alter Busbahnhof) aus. Die Apotheke gegenüber dem Trat Department Store wird von beiden Linien angefahren. Wer in Trat übernachtete, der kann (zum Beispiel in Pop’s Guesthouse) an der Rezeption sich um Fährentickets zum Normalpreis und einen Minibuspickup dort erkundigen. Pop’s hilft auch bei Weitertransporten zu anderen Inseln und nach Cambodia. (Zimmerpreise ab 250 THB, Aircon ab 500 THB)

Blick von der Ao Thammachad Fähre vor dem Anlegen inselseits (Ao Sapparot):

 

Busse (Großbusse) zum Fährenpier oder nach Trat:

Der so genannte “Government Bus” zum Pier, verlässt die Ekkamai Busstation auf der Sukhumvit  Straße im östlichen Bangkok. Deren dürftiger Fahrplan bietet nur wenige Verbindungen täglich, fast alle am frühen Morgen. Zwei davon bereits vor 8 Uhr früh und ein Dritter um 9:45 Uhr, der oft ausverkauft ist.

Über einen sehr langen Zeitraum war dieser Bus die wirklich einzige Transportoption zum Fährenpier mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mittlerweile gibt es Großbusse, die auch am Airport BKK stoppen, diese starten am Mor Chit Terminal in Bangkok.

Die Busgesellschaft wirbt mit einer sehr unrealistischen Transportzeit von 4,5 Stunden. Dabei kommen 6,5 bis 7 Stunden der Realität schon näher.

Weitere Stops sind in den Orten Klaeng und Chantaburi vorgesehen, diese variieren nach Tageszeit von 5 Minuten bis 30 Minuten.


Der Fahrer meines letzten Großbusabenteuers war so etwas, wie ein Stuntman und hätte sicher bei den Hell’s Drivers einen Job bekommen. Eine extrem unfreundliche Kreatur mit einigen Eigenschaften, die einem Serviceangestellten eines deutschen Busunterehmens den Job und den Führerschein gekostet hätte. Dichtes Auffahren bei Geschwindigkeiten um 100 km/h und darüber, gehörte scheinbar zum täglichen Brot dieser “Devil’s Driver”, mit dicht meine ich hier Entfernungen bis unter 5 m!

Ständig mussten Notbremsmanöver gemacht werden, für die Passagiere war es ein fürchterliches Geruckel. Volle 7 Stunden dauerte diese Tortur und das ständige Hupen mit den lauten Preßluftfanfaren war sehr nervig. Er unterhielt sich und wenige interessierte Insassen mit überlauter Karaoke-Jammermusik, was aber (Buddhaseidank) minutenlang unterbrochen wurde, wenn der Mann einhändig weiter raste, um mit der anderen Hand sein Telefon am Ohr zu halten! Allein im Chantaburi Busterminal stand er 30 Minuten herum, um den Bus und jeden Stehplatz darin, mit einer Horde von Teenagern in Uniformen zu füllen. Wahrscheinlich Schüler einer High School Chantaburis. Nun stoppte er in Abständen von manchmal unter einem Kilometer, um diese Schüler vor ihren Straßeneinmündungen oder Häusern aussteigen zu lassen. Unglaublich, denn sowas soll der so genannte “Government 1st class Bus” sein? Wir berappten immerhin 350 Baht für die einfache Fahrt. Ein ziemlicher Wucher, wenn man überlegt, dass der reguläre Bus nach Chantaburi (240+ km) knapp unter 200 Baht kostet. Dem fehlen dann lediglich die noch verbleibenden 60 km bis  zum Fährenpier.

Alle Fernbusse nach Trat, halten dort im neuen Busterminal, 2 km weit außerhalb des Stadtkerns. Hier lauern bereits die blauen und weißen Songtheaws (Minibusse).

Hier beobachteten wir, wie das Gepäck der ausländischen Passagiere oft schon verladen wurde, wenn es für die Schergen ersichtlich war, dass es sich um Touristengepäck handelt. Das Gepäck der bis nach Cambodia weiter Reisenden, wird dann eben umgeladen. In ebenfalls (rein zufällig) hier bereitstehende Minibusse (120 Baht).

Sehr vorsichtig mit dem Taxivolk hier sein, die behaupten schon immer, dass eine Koh Chang Fähre gleich abfährt.:) Fähren fahren nämlich immer nach eigenem Plan (gelegentlich später) ab. Der Taxitarif beträgt übrigens 50 Baht normalerweise (für beide Linien).

Transport von Trat zur Fähre nach Koh Chang:

Minibusse sind hier unvermeidbar, die unbequemen Längspritschen hintendrauf sind für hiesige Zwerge toll dimensioniert, nicht aber für Normaleuropäer. Der Driver wird versuchen Euch zum sofortigen Aufbruch gegen Aufpreis zu überreden (Sammeltaxiprinzip = leere Plätze werden mitbezahlt). Ein Ritt zum Centerpoint Pier sollte als Exclusivfahrt 300 Baht nicht nennenswert übersteigen.

In unter 30 Minuten bringt der reguläre, weiß lackierte Songtheaw seine Insassen für 50 Baht zu der Fähre an den Ao Thammachad Pier (Centerpoint 20 Minuten). Das Piers der Fähren auf der Insel werden von weißen Inselbussen angedient. An der Inselstraße stehen die Inselsongtheaws bei der Fährenankunft parat (Centerpoint direkt am Pier). Der Preis nach White Sand Beach ist 50 Baht, weiter südlich gelegene Orte (Khlong Phrao 60 THB, Kai Bae 70 THB, Lonely Beach 100 THB) kosten zusätzliche Baht. Wer es eilig hat, wird nun für einen “Special Trip” zur Kasse gebeten. Preise von 500 Baht an aufwärts (White Sands Beach) sind nun locker zu machen, denn Alternativen gibt es nicht wirklich. Eigene Bemühungen auch möglichst schnell vom Boot auf das Inseltaxi umzusteigen sind hilfreich. Übrig bleibende Einzelreisende werden halt abgemolken!

Minivans nach Trat oder Koh Chang (Fährenpier):

Eine smarte Alternative zu dem Government Bus von Bangkok aus, verkehrt stündlich in der Hochsaison und alle 2 Stunden in der Offseason. Ein Ticket kostet 300 Baht one-way und diese verkehren zwischen den Trat Piers  und dem Victory Monument (BTS) oder Mor Chit. Der erste Trip ist Morgens um 7:00  Uhr und der letzte ab dem Pier um 19:00 Uhr. Transitzeit über den bereits inkludierten Tollway ist unter 4 Stunden durchschnittlich, denn diese Expressvans machen nur eine kurze Pinkelpause bei Baan Bueng (Chonburi) unterwegs. Auf dem Weg nach Bangkok von der Insel stoppt der Minivan auch, um Passagiere auf deren Wunsch am Lad Krabang Airport Link Bahnhof, um Weitrreisende per Flugzeug lagegünstig abzuliefern.

Passagiere nach Trat oder Koh Chang steigen an Bangkoks Victory Monument zu, der Abfahrtspunkt ist unter dem BTS Bogen dort. Untenstehende Rufnummern gehören zu der Betreiberfirma:

Der Ticketschalter ab Koh Chang befindet sich neuerdings vor dem Ankunftsgebäude der Fähre. Einfach das eingezäunte Pier verlassen und direkt vor dem Zaun nach links bewegen. Der Ticketschalter selbst ist am hinteren Kopfende des Gebäudes. Hier gibt es etliche Schlepper und Touts für Umsteigeverbindungen via Trat City, diese sollte der Reisende möglichst umgehen.

UPDATE: Eine zweite Minibus Route verkehrt neuerdings zwischen der Sukhumvit Road, Khao Sarn Road oder Ngam Wong Wan Road und dem Pier das kostet 350 Baht one-way. Zusteigepunkte bitte unter den Rufnummern oben (Foto) erfragen.


Die Inneneinrichtung entspricht den neueren Toyota Commutervans mit Hochdach, es gibt Stauraum für Gepäck, dieser ist aber nur sehr limitiert.

Geniessen Sie die Insel und lesen Sie bei Interesse unsere anderen SIAMPEDIA Reports zu Koh Chang. Im Besonderen unser Koh Chang Guide mit vielen Beachvideoschwenks!

Die Insel bietet auch in der Offseason genug Schönes, um sie als Urlaubsdestination zu wählen. Auch die Sonne macht sich auf der Nettwetterinsel nur selten rar.

Hier sind noch ein paar ganz aktuelle Updates:

Das Bild zeigt den Blick vom Abfahrtspunkt der Minibusse. Unten ist eines der großen Sammeltaxen (Songtheaws) zu sehen, der ab und an eingesetzt wird auf der Strecke (50 Baht).


Der Abfahrtspunkt der billigen Songtheaws nach Khlong Yai (bis kurz vor der Cambodiagrenze) zu 60 Baht liegt in etwa vis-a-vis des Department Stores an der Flanke des Frischmarkts oder auf der Rückseite des Marktes (Songtheauw Terminal). Von Khlong Yai nach Hat Lek (Grenzposten) gibt es nur sporadisch Songtheaws (30 Baht) während der hellen Tagesstunden. Der flinke Minivan kostet 120 Baht, aber schafft die Strecke zur Grenze in etwas über einer Stunde. Abfahrtspunkt des Minivans ist am Busterminal, aber Passagiere werden oftmals auch am Markt eingesammelt.

Ergänzende Meldung: Ab sofort verkehren 3 Minibusse täglich ab dem International Airport zusätzlich!

Wie unser Koh Chang Newsticker vermeldet, stehen am Suvarnabhumi Airport Gate 8 im Ersten Untergeschoss drei Direktfahrten zur Insel per bequemen Minibus auf dem Programm. Abfahrtszeiten 7:30 Uhr, 11:00 Uhr und 13:30 Uhr, Infos unter der Rufnummer 083 794 2122. Der Preis bis zum Hotel beträgt 600 Baht/Pax oder 800 Baht für Hin- und Rückweg! Diese Tarife inkludieren übrigens den Fährtransport.

Eine Weiterfahrt nach Cambodia zu den Zielen Sihanoukville und Phnom Penh kann mittlerweile mit großen Airconbussen ab Koh Kong (Hat Lek) erfolgen. Der Abfahrtspunkt aller Buslinien (Neak Krorhorm, Soriya etc.) ist ab dem Koh Kong Busterminal, welches weit (ca. 10 km) von der Grenze entfernt ist. Nur die Company Virak Buntham bringt Gäste an die Grenze und holt sie dort auch ab. Die TukTuk-Mafia an der Grenze verlangt irre Preise für den Transport zum Terminal (z.B. im Sept. 2013= 300 THB oder 10 $ pro Person). Schlepper der aggressivsten Sorte sind hier tätig, wenn es um Privattaxis oder andere Transportleistungen geht. Ein kommender Report von uns befasst sich mit dem Bustransport innerhalb Cambodias. Ein Ticket von Virak Buntham nach Phnom Penh kostet übrigens nur 9 $ im Airconbus. Sobald der Report fertiggestellt ist, wird man diesen hier per Direktlink finden

 

Bangkok Airport Rail Link, ein Schildbürgerstreich auf Schienen

Sunday, April 15th, 2012

© Frank P. Schneidewind

Mit sehr viel Werbung wurde seinerzeit die etwas unglücklich platzierte Airport Schienenverbindung zwischen der Stadt Bangkok und dem neuen Großflughafen Suvarnabhumi im Kobrasumpf östlich der Stadt bei Lad Krabang gefeiert. Zum dritten Male erkoren die Bauherren (nach der BTS und der U-Bahn) ein Firmenkonsortium unter Mitwirkung des Unternehmens SIEMENS mit der Realisation. Rund 1 Milliarde US-$  an Kosten und 5 Jahren an Bauzeit später, ging der Airport Link im August 2010 in Betrieb. Die knapp 30 km lange Strecke verläuft vorwiegend auf Pfeilern und verläuft fast schnurgerade über dem alten Gleiskörper der Makkasan Eisenbahnlinie in den Osten, bis die Streckenführung eine 90° Rechtskehre auf das Flughafenareal bedingt und ebenerdig wird. Die Züge aus dem Hause Siemens sind elektrisch betrieben und beziehen Ihre Energie über ein Überkopfkabel per Stromabnehmer.

Sehr fraglich ist die Konzeption, hier sowohl einen Non-Stop Expresszug vom Endpunkt an der Phaya Thai Station zum Airport, als auch einen Zubringerzug mit 6 Zwischenstops einzusetzen. Der einzige Überholpunkt für den Expresszug auf der Strecke ist beim Hua Mak Bahnhof. Nur die jeweiligen Endhaltepunkte der Gesamtstrecke bieten separate Gleise sowohl für den City-Line genannten Zubringerzug, als auch den Airport-Link Expresszug.

Sinnig wäre eine Verlängerung bis zum alten Airport Don Muang gewesen, welche diesem ein Nachleben als Ausweichflughafen für Billigairlines oder inländische Flugrouten verschafft hätte. Auch eine Verbindung mit echten Verkehrsknoten wäre ja praktisch. Aber um zur Phaya Thai Station zu gelangen, muss ein Reisender sich und sein Gepäck erst einmal in ein Taxi zwängen oder mit der BTS herfahren. Im letzteren Falle spricht Reisegepäck schon dagegen, denn für Koffer oder große Rucksäcke besteht da ja gar keine Mitnahmeoption in der BTS-Hochbahn!

Die Stationen der Luxusbahn über den Köpfen der Stadtleute befinden sich in gigantischen, offenen Hallen entlang der Strecke. Um in diese Höhe zu gelangen, muss sich der Reisende zufällig auf der richtigen Stationsseite befinden. Sonst ist schleppen oder Stufen klettern angesagt. Ein Lift existiert zwar meist, ist aber in der Regel nicht ausgeschildert. Rolltreppen führen nur recht selten auf die luftige Plattform.

Markierungen auf dem Boden korrespondieren üblicherweise mit der Position der Türen während des Haltes. Eine Profilierung der Bodenfliesen an der Bahnsteigkante entspricht den Erkenntnissen aus der europäischen Unfallverhütung und hilft Sehbehinderten. Hier kommt ein Blinder ohne Begleitung aber erst gar nicht hoch, denn unten ist auf dem Trottoir auf entsprechende Markierungen verzichtet worden.

Securityschergen in Parkwächterwesten mit Springerstiefeln und wild aussehenden Militärkäppis bevölkern tagsüber die gähnend leeren Bahnhöfe. Das war somit sicherlich ein lang geplanter Schachzug der schlauen Regierung, um einigen unqualifizierten Arbeitslosen vor Einkommenslosigkeit zu bewahren. Bestimmt erhöht das auch das Sicherheitsgefühl der vereinzelten Reisenden. Englische oder andere Sprachkenntnisse, als Thai und vielleicht Chinesisch, haben diese Gesellen aber nicht. Auf Anfrage gibt es maximal ein breites Grinsen und den bedeutsamen “Mai rue!” (Weiss ich nicht) Ausspruch.

Noch lange nicht jeder einfahrende Zug plant auch einen Stop. Die teuren VIP-Express Züge sausen nur ‘mal eben schnell durch, wirbeln aber wenigstens die Luft etwas auf.

Laute Durchsagen über das Lautsprechersystem vom freundlichen Automaten kündigen dann aber (sogar in Thai und Englisch!) irgendwann einen Zug an, der auch zu Halten beabsichtigt. Hier kann dann zügig auch zugestiegen werden.

Die fette Action und langweilige Warterei bescherte unserem mitreisenden Knirps ein ungeplantes Nickerchen. Sehr überrascht waren wir über anwesende Fahrgäste im Zug. Unser Bahnhof war der zweite oder dritte auf der Strecke, diese kamen somit wohl vom Startpunkt der Linie. Überfüllt war es aber nicht wirklich.

Getreu den Vorbildern der Jahrhunderte alten S-Bahnen und U-Bahnen in der ganzen Welt, befindet sich hier ein entzifferbares Schilda-Schild über jeder Tür. Da kann dann aufmerksam der Fortschritt der Reise bezeugt werden. Aircondition rennt natürlich im Kühlschrankgang und die deutsch/österreichische Kältetechnik der Siemens-Züge versagt keinesfalls.

Am Endpunkt der Fahrt im Airport hetzen dann alle Insassen zu ihren jeweiligen Zielpunkten. Die Bahnsteige sind hier von zusätzlichen Türautomaten abgeschottet.

Wenn man 120 Sekunden Zeit zum Warten hat und mit einem Kinderwagen unterwegs ist, dann erscheint der Airportbahnhof wieder so menschenleer, wie ein Foyer des Technikmuseums nach Ende der Besucherzeiten. Es war früher Nachmittag eines stinknormalen Werktages, aber hier gehen die Uhren offensichtlich etwas anders. 😆

Fazit für uns: Tolle Sache, diese kultige Geisterbahn. Hocheffizient, spottbillig und ein echtes Wunderwerk der Technik. Müssen wir nicht nochmal haben, weil die Schildbürger-Linienführung wohl geplant kaum mit anderen Transportmitteln vernetzt ist. Ein Taxi kann ich ohne den Bahnsteig- und Wartemist immer und sofort in Bangkok abgreifen. Das kostet nicht unbedingt mehr und erspart uns das Herumschleppen des Gepäcks. Thais sind sehr stolz auf dieses Ding, traut Euch bloß nicht etwas Abfälliges darüber zu sagen. Vielleicht wird es irgendwann dann ja auch bezahlt. Es ist ja bekanntlich in Thailand nicht unbedingt üblich, für verrichtete Bau-Dienstleistungen nach Plan auch eine Bezahlung derselben zu arrangieren. Erst im letzten Jahr mussten von Vermögensverwaltern Thai Flugzeuge in Deutschland beschlagnahmt werden, um für eine Autobahn auf Stelzen die überfällige Bezahlung einzuleiten. Diese ist übrigens eine Bezahlautobahn mit ordentlicher Maut und spielte bereits über viele Jahre fette Einkünfte in die Säckel der Betreiber. Der deutsche Bauherr ging seinerzeit in Konkurs und Tausende von Arbeitern, Technikern und Ingenieuren wurden damals entlassen, damit hier kreuzungsfrei und Überkopf viel Geld gescheffelt werden kann. Mal sehen was das hier noch für ein Nachspiel hat. Es sind bereits kühne Pläne für eine Streckenverlängerung in beide Richtungen auf dem Tisch. 😎

SIAMPEDIA entschuldigt sich ausdrücklich und gewissermassen prophylaktisch für eventuell hämisch klingende Formulierungen, diese dienen keinesfalls der Denunziation unseres Gastlandes oder deren unbezweifelt hoch begabter Verkehrsplaner und Politiker! Wir sind voller Hoffnung, dass unsere satirisch angehauchten Dokumentationen und Reports keinem auf die Füße treten oder gar ungehobelt ‘rüberkommen!