September, 2010

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Prähistorisches in den sagenhaften Höhlen Thailands – Pa Ra und Co.

Tuesday, September 21st, 2010

© 2010 Frank P. Schneidewind


Höhlen gibt es unzählige in Thailand, kaum eine davon ist wirklich spektakulär, aber etliche sind durchaus interessant. Höhlen (auch z.B. Wasserfälle) werden von den Thais oft überbewertet und man verlangt dann gleich einen feisten Eintritt, welcher für ausländische Besucher dann gleich nochmals um den schlappen Faktor 10 vervielfacht wird. Selbstredend wird solche Abzocke von uns weder propagiert, noch spielen wir solche Spielchen mit. Naturschauspiele sind anderweitig auch gratis anzusehen, warum also den nimmersatten Touristenabkochtypen hier gutes Geld hinterherwerfen? Unsere besuchten Höhlen kosten de facto Null Komma Nichts und deshalb empfehlen wir diese auch unseren Freunden.

Hier eine ältere Story vom SIAMPEDIA Team mit Anhaltspunkten (GPS Daten) zum Nachreisen für interessierte Spelunker:

 

Höhlenmalereien unserer Urahnen in Europa sind zwar durchweg älteren Datums, aber nur seltenst auch zu besichtigen oder als Höhle begehbar. Alle mir bekannten Ansichten stammten von wissenschaftlichen Fotodokumentationen anderer, nie konnte ich das mal mit eigenen Augen sehen. Einmal als Hobbyarchäologe so etwas zu sehen, das hatte schon seinen Reiz für mich.

Am frühen Morgen fuhren wir nach Norden über den Asia Highway bis Uthai Thani und dann in Richtung der Ortschaft Lan Sak, gut 250 km nördlich von Bangkok. Teak und andere exotische Holzarten haben dem Ort hier zu seinem Namen und Wohlstand verholfen. Es gibt sogar ein richtiges Restaurant, ein Kino und einen Markt! Mit von der Partie war auch mein ältester Sohn Franky, der mich in Thailand besuchte.

Nach einem späten Frühstück in Lan Sak, geht es dann über gut ausgebaute Straßen nach Süden ein paar Kilometer zum Khao Pa Ra. Wir haben unseren Plan wetterbedingt etwas umgestellt und wollen zuerst die Höhlenmalereien besichtigen, denn es ist zum Teil verhangen und die Wolken sehen auch im Westen recht regenschwanger aus. Wenn es hier heftig geregnet hat, dann sind Bergtouren auf sicherlich unbefestigten Pfaden wohlmöglich glitschig, das muss ja nicht auch noch sein. Hierher verschlug es bereits amerikanische Völkerkundler und auf deren Spuren suchen wir nun.

Es gibt in Uthai Thani sogar gescheite Wegweiser und Straßenschilder, zumindest an den Durchfahrtsstraßen hier in der tiefsten Provinz. ;)

 

Schon kurze Zeit später stehen wir dann etwas ratlos vor dem Pa Ra Berg.

    

Hier irgendwo sollen sich tolle Höhlenmalereien befinden und die wollen wir aufsuchen!  Hoffentlich bestätigt sich der im Internet gefundene Hinweis. Eine alte Frau, welche ein  recht klappriges Fahrrad mit toten Hühnern an der Lenkstange hängend durch die Gegend schiebt, weiß aber Rat. Wir folgen dem Fingerzeig einen kleinen Wirtschaftsweg hinunter und stehen nach 500 Metern vor einer Art Basecamp.  

Das GPS wird neu eingemessen, und wir finden hier auch einen Wegweiser zur Höhle.  In nur 1300 Metern Entfernung soll sie sein. Ein Pappenstiel, so denken wir.

GPS: Waypoint Roadfork near Pa Ra
15 22,982 N
99 37,520 E

Der Weg führt über Stock und Stein nach oben, unterwegs begenen wir einer Raupe, die Franky den “Punker” nennt. Ich bin kein Insektenspezi, aber dieses Foto erklärt die Namensschöpfung gut: 

Wir folgen dem Weg, und freuen uns über die unterwegs auf Steine gemalten Hinweise: Noch 800 Meter, noch 500 Meter usw.  Es beht recht steil bergan. 

Und dann stehen wir ganz plötzlich vor den Malereien, die ein Bewohner hier vor gesichert über 3000 Jahren in die Pa Tun Höhle hingemalt hat. Hoch oben im Pa Ra Berg.

Wir verbringen noch ein wenig Zeit in der Höhle und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Der damalige Künstler hat diese Bilder vor 3000 bis 5000 Jahren gemalt, dabei seine Umgebung wohl detailiert beschrieben. Viehzucht war hier beheimatet, Hunde hatte man wohl offensichtlich – und der Künstler hatte eine echte Vorliebe für Details. Etliche Bilder zeigen, einer Röntgenaufnahme ähnlich, Rippen der Tiere oder auch der Menschen in den Abbildungen.  Der Aufbruch war durch aufziehendes Wetter beschleunigt, doch wir fotografierten noch weitere Insekten auf dem Wege nach unten.

Dieser Wurm hier kringelt sich bei drohender Gefahr zusammen, hat einen schwachen, gegliederten Chitinpanzer auf dem Rücken. Er ist häufig in Thailand anzutreffen und kann ein toxisches Sekret absondern. Vögel mögen ihn deshalb nicht, nur Hühner scheinen gegen das Gift immun zu sein.  Ein paar Passagen des Weges sind etwas steiler, aber immer noch prima zu bewältigen. Der Aufwand wird durch die Eindrücke in der Höhle mehr als nur gerechtfertigt.  Wir stolpern schnell wieder zu Tal.

Franky hat die verschiedensten Menüpunkte des GPS Gerätes durchprobiert und beginnt das Ganze nun zu verstehen.  Ein GPS Gerät ist weitaus mehr, als nur ein Kompaßersatz oder eine Orientierungshilfe.


Der eingebaute Höhenmesser hat es ihm nun bei Kletterpartien angetan und am Basecamp angekommen erkläre ich ihm auch die anderen Sonderfunktionen. Wir wechseln unsere durchgeschwitzten T-Shirts aus und stillen unseren Durst.

Die hellen Flecken auf unseren Armen, das  ist Calamine-Lotion. Wir haben irgendwelche Pflanzenteile unachtsam berührt und es juckt stark. Calamine gehört in jede Reiseapotheke und kostet in Thailand gerade ‘mal 20 Baht je Flasche. Wäscht sich abends wieder ab, und hemmt den stärksten Hautjuckreiz. Auch für Insektenstiche oder Quallenkontakte ist Calamine-Lotion sehr zu empfehlen.

Zurück auf der Durchfahrtsstraße Nummer 3438 finden wir einen alten und recht verwitterten Wegweiser in die berühmte (na, zumindest in Uthai Thani) Fledermaushöhle.

Wir biegen von der Hauptstraße neben dem Wegweiser ab und erreichen in unmittelbarer Nähe einen interessanten botanischen Garten für thailändische Studenten und Schüler. Hier werden Studien betrieben und die Natur beobachtet und erforscht. Der Garten heißt Huppatad und der Betreuer hier, ein Mr. Suchat Hiran, gibt gerne und freundlich Auskunft.

Doch wir eilen weiter, denn wir wollen die Fledermaushöhle sehen und haben noch ein weiteres Programm für den Rest des Tages vor der Brust.  Der Tam Kho Kong Tempel ist unser Parkplatz und von hier geht es um den Tempel herum per Pedes weiter. 

GPS: waypoint wat tam kho kong
15 26,488 N
99 34,987 E

Ein separater Teil des Tempels ist an einer Felswand gebaut und wir fragen die Mönche nach dem Weg zur Höhle. Als, fast schon Profi-Spelunker haben wir Trinkwasser, Taschenlampen und Seilausrüstung mit, denn wir wissen ja gar nicht, was uns hier erwartet. Die Mönche lächeln auffällig und zeigen auf das isoliert stehende Haus des Abtes.

Um dieses Haus herum gehen wir weiter auf den Berg zu und staksen über den unbefestigten, aber kurzen Weg zum Eingang der Höhle.  Dort angekommen sind wir etwas enttäuscht. Die Höhle hat einen zubetonierten und sehr kleinen Einstieg. Eine Spitzhacke haben wir aber nicht im Gepäck.    

Wir leuchten vorsichtig hinein und sehen weiter im Inneren nur, dass die Höhle wesentlich größer ist, als es  von außen den Anschein hat. 

GPS: waypoint cave-entrance
15 26.781 N
99 35,242 E

In dieser Höhle leben bis zu einer Million Fledermäuse!  Die Höhle hat noch 2 weitere “Einfluglöcher”, aber die sind in unzugänglichem Gebiet und nur über Seilkletterei hoch oben im Berg zu erreichen. Die Geräuschkulisse innerhalb der Höhle muß fantastisch sein, man hört direkt davor ein Gemurmel und manchmal eine Kakophonie oder Gezirpe, das wellenmäßig auf- und abschwillt.  Wir schlagen mehrere Anopheles-Mosquitos auf unseren exponierten Körperstellen tot und beobachten gegenseitig unsere Nacken.

Die Biester sind hartnäckig und in der Überzahl. Die Uthai-Thani Airforce macht sich zum Kampf gegen uns klar. Mich erwischt eine am Ohr, Mist! Auch ein T-Shirt bietet keinen Schutz, denn diese Spezies durchdringt mit ihrem gierigen Saugstachel auch leichtes Baumwollgewebe.  Das endgültige Signal zum Aufbruch gibt aber dann eine riesengroße Spinne, die zwischen unseren Beinen hindurch aus der Höhle kommend das Weite sucht. Wahrscheinlich hat sie mehr Angst vor uns, als wir vor Ihr – aber ich habe seit einem Spinnenbiß in den Dschungeln der Philippinen einen gehörigen Respekt vor der Intensität des Giftes. Der Schmerz eines Spinnenbisses ist schon verdammt stark.

In einem nahen Baum, etwas den Berg hinauf, sehen wir einige Flattertierchen herumhängen. Das Pärchen ist recht schwer zu fotografieren gewesen. 

Erst auf unserem Rückweg sehen wir die vielen Spinnennester am Wegesrand, manche haben 10 cm große Schlupflöcher…das läßt einen Rückschluß auf die Größe der Biester zu, der unseren Schritt erneut etwas beschleunigt.

Unterwegs inspizieren wir noch das Gemach eines Mönches, der hier in völliger Askese seinen Meditationen frönt. Den beirren weder Riesenspinnen noch die Million Fledermäuse, die allabendlich quasi vor seiner Türe zur Jagd ausschwärmen.  Das Mönchszimmer ist an den Felsen gebaut und hat nur etwas Außenmauer sowie eine Türe, kein Fenster, kein elektrisches Licht. Natur Pur! Nackter Fels als Wand.

Das war nur eine Tagesetappen-Beschreibung eines größeren Trips vor einiger Zeit, bei Interesse führen wir das auch gerne noch fort.


The SIAMPEDIA Expedition to Cambodia – Phnom Penh today

Saturday, September 18th, 2010

© 2010 Frank P. Schneidewind

 

From 1863 until 1953 Cambodia was suppressed as a part of the French Indochina colony, they tried to force their alphabet and language on them as well, but to no avail. Today’s Cambodians are eager to learn English to communicate with the world and only die-hard old timers still use French to a small extend. Signage for roads and important things are in Khmer and English, just projects the french taxpayer dish out some dough for are left sometimes in the former oppressor’s language.

This project deals with a much needed renovation of the Psar Thmei or Central Market building, no one really calls it Marché Central . French manipulations led to major wars towards the end of their colonial oppression in almost any country they set their feet into.

Psar Thmei is one of the liveliest markets in the capital of Cambodia.

Motodups or Motos handle a large percentage of the individual traffic in Phnom Penh, they have replaced the pedal powered cyclos and are ever present anywhere, note the extended seat on the red bike, they are built to carry two paying passengers.

Cyclos are still to be spotted around the bigger markets (for locals) and near Sisowath Quay along the Tonle River promenade after dark. Their charges for tourists are largely inflated and they are not really safe to ride in, being traffic obstacles almost everywhere.

Most markets have a wide variety of goods, often second hand shoes or garments nest to food stuffs or veggies.

The Royal Palace and Silver Pagodas are quite a sight to see.

The area near the river Tonle (also called Bassac) meeting the Mekong is one picturesque area any time of the day, the green grass strip in the picture below is the dividing piece of land between the Mekong (in the back) and the Tonle River coming from the huge Tonle Sap Lake, Cambodia’s natural wonder. In the rainy season, the higher levels of the Mekhong drain some watermasses into the Tonle Sap, in dry season, the flow reverses and the Tonle Sap feeds the lower Mekong with massive amounts of water. The day of the reversal is celebrated big time and coincides with a national holiday in Cambodia.

A lot of neat monuments and gathering spots have been erected, where they were ruins and dust pits before. The city is exceptionally pretty now in certain areas. We toured our hearts out and enjoyed every single minute of it. I consider the traffic manageable. Then again, Tunis or Cairo in Northafrica or Jakarta and Manila over here have much denser traffic.

The Cambodian Independence Monument is surely one of their most treasured ones. It celebrates their independence and freedom of the french rule. You can find it on the intersection of Sihanouk Boulevard and Norodom Boulevard, just a few 100 m south of the Royal Palace and Silver Pagoda. To the east of it, there is a large park, the roundabout right at it is heavily frequented by traffic, the shot here was sheer luck.

Theres good food to be had for every taste now, the street food often has tasty surprises. Make sure it is well cooked or grilled. Public toilets are a big void.

Beers, Booze and Bargirls are cheap in Cambodia, some other types of travelers enjoy the hotel bars or plenty of alternative locations around town. We had a 24 hour joint just in our hotel – this city really never sleeps:

There are all kinds of entertainment venues. Karaokes, girlie bars and regular bars are so plentiful these days, here are a few of the famous ones:

This one sports a disco plus bar and eatery, one of the older establishments in Phnom Penh:

A plentytude of modern neon lights and LED powered screens with animations are to be found across town, perhaps the most visible sign of a city improvement for the traveler during night hours, besides the much better surfaced roads.

The Psar Thmey is the focal point of most transport activities. Here or near here, most bus lines start or end and almost all private taxis, pickups and minivans hang around, waiting for passengers to fill or overfill their vehicles. Common practice in Cambodia is to sell the passenger seat twice and the bench of those old Camry’s to no less than four paying passengers. This is the rule of thumb for a shared taxi. Minivans appear often in a sorry shape, but their capacities are stretched by far. Usually some boards or a room door in the back under the open rear door, increases their capacities for any cargo, human or not.

The cheapest form of transportation is being offered by pickup trucks. Big rolls of carpet, cement, motorbikes, building materials, foodstuffs, once this thing is loaded to the brim – the human passengers board on top of it all!

My ride with a good friend on top of a load from Poipet to Battambang a while back was documented here:

Khmertrip – Stage 2: Poipet to Battambang

For us the time came to move on to the village of Tani in Kampot province, where we planned to visit a friend and his interesting projects. Only 100 km away to the Southwest and closer to the Gulf of Thailand, our friend and his family were running a small farm and so much more.