November, 2010

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Delfinschwimmen in Chantaburi

Friday, November 26th, 2010

© Frank P. Schneidewind


Die Stadt Chantaburi und auch die gleichnamige Provinz im Osten von Thailand liegt direkt am Golf und wird flankiert von
Trat im Osten und Rayong im Westen. Eines der unspektakulären Badeorte entlang des Golfes heißt Laem Singh. Es hat einen netten Strand, welcher in der heißen Saison von Januar bis April oder Mai zum Baden einlädt. Hier befindet sich auch eine recht wenig beachtete Attraktion für Urlauber. Die meisten Urlauber durchqueren Chantaburi meist nur auf ihrem Wege nach Koh Chang, der famosen Urlaubsinsel im östlichsten Teil von Thailand. Einige dringen erst gar nicht so weit vor und versacken in den flughafennahen Orten, wie z. B. Pattaya. Nur 30 KM von Chantaburi entfernt, gibt es eine Art Aquarium für Delfine. Hier wird Besuchern das Schwimmen mit Delfinen angeboten. Auf Koh Chang können wir den Service des Top Resort in White Sand Beach, unserem Stammhotel empfehlen. Der Anbieter hat eine deutsche Geschäftsleitung und Management, man kümmert sich vorbildlich um die Gäste mit dem Wunsch nach dem Delfinschwimmen und organisiert auch den Transport direkt ab dem Resort.

Stündliche Vorführungen in der Show Arena des Oasis Ocean World, werden hier angeboten. Den Tieren scheint das Spaß zu machen und wechselnde Crews an Akrobaten mit Flossen, begeistern die Zuschauer hier ohne spürbaren Stress-Effekt für die Tiere.

Die Show ist aber lediglich eine Kopie bekannter Delfinshows im Thaistil. Erwarten Sie bitte keine Perfektion, wie beispielsweise in den “SeaWorld” Themenparks in Orlando oder San Diego. Es ist trotzdem recht nett choreographiert und die kurze Tagesreise von Koh Chang oder Pattaya bestimmt wert. Besonders Kinder haben an diesen Tierdarbietungen viel Freude. Der “Flipper” Typ Delfin heißt eigentlich “Flaschennasiger Delfin”, zumindest käme das dabei heraus, wenn man “Bottlenosed Dolphin” korrekt übersetzt.  Irrawaddy Delfine gibt es hier auch zu sehen, der Besucher erkennt diese an der relativ runden Front.

Hier kostet übrigens der Eintritt auch deutlich weniger, als die bekannten SeaWorld Themenparks in den USA an Eintrittsgeldern verlangen.

Die Trainer haben den Tieren so manches Kunststückchen beigebracht, was bei dem ausgeprägten Spieltrieb und der hohen Intelligenz dieser Meeressäugetiere sicherlich auch Freude gemacht hat.

Es ist schön zuzusehen, wie diese Tiere alles Abverlangte ganz spielerisch bewältigten. Das Programm ist etwas seicht, verglichen mit dem der Tiershows in den USA. Aber es ist durchaus interessant und macht bestimmt nicht nur den Kindern Spaß.

 

Die Spezies mit den rundlicheren Köpfen schien generell etwas weniger begabt zu sein, die Stars der Show waren eindeutig die Kollegen von der “Flipper”-Fraktion in dem großen Becken.


Die Show war für uns nur ein Zeitvertreib, denn der gebuchte Zeitslot näherte sich. Zu der vorbestimmten Uhrzeit durften wir dann selbst Delfintrainer unter Anleitung werden. Dem fieberten wir etwas entgegen und dies war auch der Hauptgrund unseres Kommens. Zunächst gab es ein paar Regeln zu beachten:



Die Menge an Tickets, für das Schwimmen mit Delfinen, sind nämlich pro Tag exakt begrenzt. Um die Tiere nicht zu überfordern, werden nur eine begrenzte Gruppe für die feststehenden Veranstaltung eines Tages zugelassen. Wir gehörten zu den Glücklichen, dank der freundlichen Vermittlung dieser Gelegenheit durch den Rezeptionisten vom Top Resort. Eine Dame in unserer Termingruppe durfte trotz gültigem Ticket nicht mitmachen, denn sie hatte ein nicht abnehmbares Bauchnabelpiercing.

Wir wollten natürlich unbedingt mit dabei sein und waren froh, den Anforderungen hier Genüge zu tun. Es ging dann auch schon los.

Mit der Rettungsweste kam ich mir schon blöd vor, aber die Regeln hier mussten strikt beachtet werden.

Viele Belohnungsfische für unsere Akrobaten steckten wir denen zu, ich glaube wir verfütterten 2 Eimer voller Fische! Jeder Trick und jedes vollzogene Kunststück wird immer sogleich mit einem oder zwei Belohnungsfischen als Snack für die verspielten Akteure bedacht.

Der Höhepunkt folgt dann am Ende, wenn ein Teilnehmer nach dem anderen von “seinem” Delfin durch das Becken gezogen wird. Natürlich ist das Salzwasser der Becken chlorfrei, leider schimmert es daher nicht so vorteilhaft im Farbton.




Das Erlebnis ist schon einzigartig, nur mit einer Hand an der Rückenflosse festhalten und sich durch das Becken ziehen lassen. Das wirkte absolut mühelos für die Delfine.

Gar nicht so langsam geht das vor sich, aber fast völlig ohne eigenes Zutun. Ich tauchte auch kurz in dem flinken, delfingepowerten Geleitzug, aber Melona traute dem Wasser nicht und behielt ihre schönen, langen Haare trocken und hochgesteckt.

Die Wasserqualität hier, hat auch wirklich einen ganz bestimmt verbesserungsbedürftigen Zustand.


Unser Fazit vom Delfinschwimmen:

Das sollte man erlebt haben und sich gönnen. Wer mit dem eigenen Auto dort hin fährt, der sollte sich rechtzeitig um die Timeslots für das Schwimmen mit Delfinen kümmern. Bei unseren Empfehlungen für Urlaubsgäste in Koh Chang geschieht das automatisch bei der Buchung an diesen Anlaufstellen. Wir machen das bald wieder einmal, denn eine umfangreiche Renovation dort ist gerade im Gange und man erwartet voraussichtlich zum Jahresanfang 2011 die Fertigstellung. Mal sehen, ob das dann noch attraktiver wird.

Ende des Berichtes.

Delfine gehören weder in japanische Kochtöpfe, noch auf koreanische Grills! Die Tiere sollten einen verbesserten Schutz geniessen und dieser sollte diverse Fischfangmethoden, welcher auch immer wieder Delfine zum Opfer fallen, ganz einfach ächten. Kauft keinen Dosenthunfisch, der nicht als delfinfreundlich gefangen ausgewiesen ist. Ganz klar gehören Delfine auch nicht in abgesperrte Becken, sondern in den Ozean. Hier im Ocean World Park und damals auch in SeaWorld, hatte ich den Eindruck, dass die Tiere sich wohlfühlen und man sich um ihre Belange zumindest bemüht.

Landminen, das ungewollte Erbe der Kriege

Thursday, November 25th, 2010


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Ein verbittert geführter, 30-jähriger Bürgerkrieg in Cambodia, der erst wirklich kurz vor der Jahrtausendwende als beendet galt, hinterließ der Bevölkerung des Landes ein grausames Erbe. Mit dem Waffenstillstand verloren die verlegten Minen im Lande weder an ihrer potentiellen Tödlichkeit, noch kümmerten sich die kriegsführenden Parteien um deren Beseitigung. Millionen verbuddelter, heimtückischer Minen zerfetzten Menschen, Kinder und Nutzvieh auch Jahre nach dem vermeintlichen Frieden noch Tag für Tag. Das Killpotenzial dieser niederträchtigen Mordwerkzeuge bleibt für eine sehr lange Zeit erhalten, noch heute werden in Cambodia fast täglich unschuldige Menschen schwer verletzt oder getötet.

Am schlimmsten davon betroffen, waren die Grenzbereiche zu Thailand. Hier verschanzten sich bis zum bitteren Ende die kommunistischen Killerhorden der “Khmer Rouge”. Khmer Rouge, so nannte die Weltpresse die Roten Khmer. Khmer Rouge, das waren oft minderjährige Kindersoldaten und weitestgehend völlig ungebildete, aber militante Maoisten. Angeführt wurden sie von einer kleinen Schar, oftmals privilegierter Weltverbesserer. Diese hatten als Berufssohn schon beim Auslandsstudium kläglich versagt (Pol Pot) oder waren der kommunistischen Ideologie in gewissen pervertierten Formen verfallen. Eine Invasion Cambodias durch die kriegserprobten Vietnamarmeen der Kommunisten gegen Ende der 70er Jahre, brachte dem durch das eigene Regime (1975-1978) massakrierten Volk, weitere Jahre voller Krieg, Hunger und Elend. Weitere Minen wurden planlos verwendet und das gesamte Land galt als extrem gefährlich. Nach und nach starteten Hilfsorganisationen westlicher Länder mit der systematischen Räumung von Minen, Sprengfallen, Blindgängern und Granaten. Zunächst in den Städten und Dörfern selbst, dann aber auch auf den Wegen und Pfaden. Weiden, Freiflächen und der Dschungel genossen dabei geringere Prioritäten. Zu den stark verminten Gebieten gehörte auch Angkor Wat, der wichtigste Tempel des angkorianischen Imperiums und auch vorrangiges Ziel von den ersten Touristen im Land.



Minefield-marker (Minenfeldbegrenzer) übersäten die Landschaft vielerorts. Damit waren rot lackierte Holzstecken gemeint, mit denen die Minenräumer ihre Planquadrate und unsichere Zonen kennzeichneten. Hier das untenstehende Foto zeigt meinen österreichischen Freund Stefan und mich, anläßlich dem Aufenthalt in einem Camp von Minenräumern auf einer Cambodiareise. Stefan ist daheim Berufspilot und Flugausbilder, doch hier genoß er einen Crashkurs in Kurzform als Minenräumer von mir.

Schwer vermint waren auch alle Grenzbereiche zu Thailand im Nordwesten und Westen Cambodias. Die Grenzen sind in diesen Bereichen nicht sehr klar definiert und diese Tatsache, sowie jährliche Fluten zur Monsunzeit bescherten den thailändischen Nachbarn ungewollt auch zahlreiche Landminen. Eine hochaktive Räumung dieser Regionen gilt noch nicht als abgehakt. Noch sind Spezialistenteams mit der Entschärfung und Vernichtung aller gelegten und verspülten Sprengfallen beschäftigt. Thailand wird in Kürze als minenfrei gelten. Cambodia braucht dafür nach geschätzten Angaben noch rund einhundert Jahre!

Das Foto hier zeigt eine der gefürchtetsten Minen, ihre fast metallfreie Bauweise und heimtückische Beschaffenheit kostete schon vielen Menschen ein Bein oder das Leben. Es ist eine APM (Anti Personnel Mine), wie sie zu Abertausenden gelegt wurden. Planlos und ohne Dokumentation verminten die einen Kommunisten (Khmer Rouge) gegen die anderen Kommunisten (vietnamesische Besatzer) weiträumig das Land. Kein Acker war mehr sicher für das Vieh und die Schulwege der kleinen Kinder waren ebenfalls in manchen Fällen vermint. 5,5 kg ist der mittlere Auslösedruck dieses Typs von APM. Als Hanoi dann den Khmer den ehemaligen Khmer Rouge Kämpfer Hun Sen  als nun kadertreuen Regierungschef auf’s Auge drückte. Hanoi wird auch das Strippenziehen nachgesagt, als Hun Sen in einem blutigen Staatstreich 1997 dem Prinzen Rannariddh (vom Volke gewählter Staatschef) die Macht in Cambodia entriss und sich selbst wieder als Staatsoberhaupt installierte. Den Prinzen jagte er aus dem Land. Das ist eben die kommunistische Betrachtungsweise von Volksentscheiden.

Heutzutage haben im etwa 15% aller Khmer ein Minenopfer in ihrer eigenen Familie zu beklagen. Überall begegnet der Besucher amputierten Bettlern, denn für Minenopfer fühlten sich die kriegsführenden Parteien nicht verantwortlich. Hier zeigt mein ältester Sohn Franky eine, nach dem Entschärfen zu Schulungszwecken wieder zusammenmontierte APM aus chinesisch/vietnamesischer Fertigung (SIAMPEDIA Archivfoto):

Minen und Sprengkörperfunde eines 4-Mann Suchteams  von nur einem Tag:

Bitte nicht vom korrodierten Äußeren täuschen lassen! Der Inhalt an Sprengmitteln ist oft sehr wohl in der Lage das zu verrichten, wofür diese Artilleriegranaten aus der ehemaligen Sowjetunion einmal konzipiert waren – zu töten und zu zerstören!



Hier wird eine modernere, direktionale Mine gezeigt. Diese ist aus amerikanischer Fertigung, ist aber hier im Lande nicht anzutreffen. Diese nennt man “Claymore Mines” und es sind so genannte “command triggered” Minen. Dass heißt, diese werden nicht von den Opfern ausgelöst (wie beispielsweise die Tretminen). Claymores fanden um militärische Stützpunkte und Feldlager Verwendung, um eigene Streitkräfte in unsicheren Gegenden gegen Feuerüberfälle des Feindes zu schützen. Die Mine explodiert per Fernzündung (elektrisch oder manuell) und streut die 700 einzelnen Projektile in einem vorbestimmten Winkel. Dabei erreichen die aus weichem Stahl gefertigten Claymore-Projektile durch die Bauweise der Mine Geschwindigkeiten um 1200 m/sec und der feindgerichtete Winkel der tödlichen Fragmente ist rund 2 Meter hoch und gefächert. Es ist die Weiterentwicklung von den Erfindungen deutscher Waffenforscher des 2. Weltkrieges, fand aber erstmalig im Vietnamkonflikt Verwendung. Die militärische Bezeichnung ist übrigens M18A1.

Eine Platte aus dem berüchtigten C4 Sprengstoff sorgt für die Brisanz dieser strategischen Sprengsätze. Claymores wurden bis in die Mittte der 70er Jahre von den Amerikanischen Streitkräften verwendet, um z.B. Ausguckpositionen, wertvolles Gerät oder Treibstofflager und Unterkünfte vor Überfällen zu schützen. Die charakteristischen Scherenfüße erlaubten eine Fixierung überall im Gelände, sie konnten bei Standortverlegungen problemlos wieder mitgenommen werden. Die kommunistischen Einheiten konnten keine Stückzahlen davon erbeuten, doch ähnliche Kopien aus der UdSSR fanden ihren Weg nach Nordvietnam (und sorgten für viele Opfer bei den Attacken der Rotchinesen auf nordvietnamesische Befestigungen).

So sehen von Claymore Minen die Innenräume aus, sehr gut zu erkennen, sind hier auch die doppelt vorhandenen Zündhülsen:

Direktionale Minen haben effektive Reichweiten bis zu 100 Metern, der Streukegel hat bei ca. 50 m Distanz zum Gegner noch eine sehr zerstörerische Wirkung.

Viel mehr latente Gefahr aber,  droht von den Landminen dieser Charakteristik (Kunststoff, Keramik) in Cambodia, sie amputieren Beine gleich bis zum Knie und verletzen Umherstehende in ringförmigem Radius:

 

Für Minensucher nur schwer und aus direkter Nähe überhaupt auffindbar, sind diese schlafenden Killer seit den Kriegswirren immer noch vorhanden. Nur sehr penibel  und auch langsam vorgehende Räumeinheiten, haben überhaupt eine Chance, diese Sprengfallen ausfindig zu machen.

Den kommunistischen Kriegstreibern aller asiatischen Fraktionen, war das Minenlegen ein Mittel zum Zweck. Beim Verscharren der Sprengfallen wurden auch weder Aufzeichnungen noch Lagepläne angefertigt. Nicht selten liefen eigene Kämpfer in die Minenfallen und starben darin oder wurden zum Krüppel. Vermint wurden sogar buddhistische Tempel, Schulwege und Passagen durch Bäche und Flüsse. Das traf natürlich vorwiegend unschuldige Zivilisten. Es erübrigt sich fast zu sagen oder auch nur zu erwähnen, dass Minensucher aus dem kommunistischen Lager erheblich seltener sind, als Schneeflocken in der Sahara!

© 2010 by Frank P. Schneidewind


Im Anhang eine Karte der Cambodian Mine Victims Assistance Assiciation, die Unfälle mit Minen und UXO von 2005 bis 2007 aufzeigt, man beachte die Dichte in Battambang und Pailin, sowie entlang der restlichen Thaigrenze. Keine Gegend war frei von Minenunfällen, auch viele Jahre nach dem Rauswurf der vietnamesischen Besatzer: