November, 2010

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Die Brücke am River Kwai – echte Filmgeschichte erlebt?

Thursday, November 25th, 2010

© Frank P. Schneidewind

Der Trip mit dem großen Motorrad nach Kanchanaburi im Westen Thailands, war nicht mit sehr langen Anfahrtszeiten verbunden. Er brachte uns an die, bei den uninformierten Touristen so berühmte “Brücke über den River Kwai”. Eine Hollywood’sche Verballhornung des echten Flußnamens, denn dieser hieß schon lange Maenam Kwae. Weder der Namen, noch diese Brücke hat irgend etwas mit dem berühmten Film aus den 50er Jahren zu tun. Dieser hat die Erbauung einer Brücke nebst Eisenbahntrasse durch Kriegsgefangene Engländer, Australier und andere POW’s (so nennt man international Kriegsgefangene = Prisoner Of War) zum Gegenstand.

Die Originalbrücke war tatsächlich aus Holz und wurde noch im Kriege (1944) total zerbombt. Die Hiesige hat nur eher zufällig einen ähnlichen Standort. Der Film “Die Brücke am Kwai” wurde übrigens komplett in Sri Lanka und in England gedreht.

Ein Jahr nach dem großen Debakel um den gefeierten Yul Brynner Film “Der König und ich” im Jahre 1956, hatte Hollywood nämlich die Nase gestrichen voll, von Thailand als möglichem Drehort. Cineasten wissen, dass damals der Hauptdasteller Yul Brynner, wie ein Staatsfeind behandelt wurde. Sowohl der Urfilm, als auch das Musical und spätere Remake, sind auch heute noch der Staatszensur unterworfen und verboten. Herumärgern mit Thais und deren Diktaten unterwerfen, wollte sich in der Filmindustrie niemand mehr. “Der König und ich” wurde übrigens komplett in Malaysia gedreht.

Diese Pseudo-Filmbrücke ist nun der hauptsächliche Touristenmagnet der Provinz Kanchanaburi, einer unbedeutenden Kleinstadt 111 km nordwestlich von Bangkok. Wir wollen den Tausenden jährlich ja nicht ihren Glauben an diese olle Brücke nehmen, so ungefähr stimmt ja zumindest fast der Standort, aber das ist es dann auch.

Diese Brücke ist noch in Betrieb, gelegentlich bringt ein Zug die Brückenpilger über das Gleis. Metallplatten als Gehweg vereinfachen den Besuchern das Überqueren per Pedes. Etliche Ausweichplattformen bieten genug Raum, um einen eventuellen, Schritttempo fahrenden Zug passieren zu lassen. Das Gleis endet wenige km weiter und bedient nur noch einen Wasserfall mit Touristen und einige Nepphändler für Touristen.

Wir waren schon recht früh hier, die Bushorden aus dem Raume Bangkok treffen hier erst später ein. Der Gang über die Brücke mit dem Schmalspurgleis, war um diese Zeit noch frei von großem Gedränge und Geschubse.

Der Nepp mit den angeblichen Museen hier, ist genau solch eine Verballhornung, wie die Brücke selbst. Ein paar vergilbte Fotos (welche man für Pfennige als Reprints auf Bangkoks Flohmärkten bekommt) von der damaligen, echten Brücke und ein paar rostige Werkzeuge oder alte japanische Uniformen von Nippons Imperial Army gibt es in nicht klimatisierten Zelten gegen stolzen Eintritt zu bestaunen. Das Areal hier wird den Touristen als burmesisches Territorium angepriesen, obwohl das viel weiter von hier entfernt wäre, als Bangkok! Buntes Glas wird hier, als Edelstein geschliffen, für teures Geld verkauft. Alles Tand und Nepp hier, wirklich blöd aufgezogen.

Tiere werden überall dort präsentiert, wo damit Geld gemacht werden kann. Melona’s erste Begegnung mit Elefanten war rührend, denn das Elefantenbaby schien sie auch zu mögen.

Melona musste noch ein paar kleine Bananen verteilen, als die wesentlich größere Elefantenkuh (vielleicht die Mutter) um Aufmerksamkeit trompetete. Melona war anfangs etwas ängstlich, einem so großen Tier stand sie noch nie in ihrem Leben gegenüber. Schnell fand sie aber heraus, dass Elefanten trotz ihrer Masse zu den friedlichsten Geschöpfen des Planeten gehören.:)

Fortan hatten alle Elefanten in Thailand, Cambodia und Laos, denen wir noch begegnen sollten (das waren bisher Hunderte!), einen Fan mehr!

Wenig kippstabile und überaus lautstarke Holzboote mit weitestgehend völlig ungedämpften PKW Motoren als Antriebsaggregat, befördern mit viel Getöse und hohen Geschwindigkeiten die gut betuchteren unter den Touristen zu weiteren “Sehenswürdigkeiten” aus der Retorte der lokalen Tourismusindustrie. Eine immense Vergeudung an Kraftstoff darstellend und ökologisch völlig unsinnig, sind diese “Longtail” genannten Wasserfahrzeuge nur für den ausländischen Touristen etwas Thaitypisches.

Wildeste Kriegsbemalungen halten nicht davon ab, dass diese seltsamen Wasserfahrzeuge erst mit dem Aufenthalt vieler amerikanischer Soldaten so ab den 60er Jahren Einzug und Verwendung fanden. Billige Holzboote wurden damals mit alten Fahrzeugmotoren bestückt und eine überlange Kardanwelle kurzerhand an das Getriebe angeflanscht. Die Boote haben weder Ruder, noch Kiel oder einen richtigen Benzintank vorgesehen. Letzteres ist ein Kanister und extern nachfüllbar. Die Kardanwellen mit Schraube sind immer über der niedrigen Heckbordwand verlegt, der Motor ist drehbar gelagert. Gesteuert werden kann das Ding nur im spitzen Winkel, sofern dies die Heckwand von der Aussparung her erlaubt. Nichtschwimmern sei dringlichst von der Benutzung dieser Boote abgeraten. Schwimmwesten, Rettungsringe oder gar Bootsführerscheine sind im Lande des Lächelns eh ein überflüssiger Kram, für den niemand Verständnis hat.

Die meisten Gäste auf dem Maenam Kwae sind auch auf den Karaoke-Pontons anzutreffen. Hier gibt es Wein, Weib und Gesang, bis der Arzt kommt!

Im Schlepp oder Schleppverbund treiben Plattformen mit einer Bestückung aus Plastikmobiliar und ein paar Tischdecken, laut schallen die in Asien so beliebten Karaokeklänge über den Fluß.

Für und heißt es nun schnell hier abzuhauen. Der kleine, gelbe Punkt am Ostende der Brücke bedeutet nämlich, dass die Touristenbusse im Anflug sind, denn das ist deren Transportmittel über die Brücke. Ist ja auch spottbillig, für Touristenverhältnisse, dieser Spaßzug.

Für die geforderten Baht und ein paar hundert Meter Fahrtstrecke würde man auf einer deutschen Straßenbahn oder Eisenbahn ja schon mehr bezahlen. Das man normalerweise für dieses Entgelt in Thailand auch fast 100 km weit in einem richtigen Zug fahren kann, das werden die Tourtouristen erst gar nicht zu erfahren kriegen. Den Einenbahnbetreibern gönne ich den Profit gerne und der Tourist braucht ja auch nicht, wie wir Billigheimer über die Brücke zu latschen.

Wir haben uns also den Popanz um die falsche Brücke angesehen und als simple Bauernfängerei abgehakt. Ein tolles Museum zum damaligen Einsatz der POWs und der Situation damals betreibt dagegen ein australischer Verein am Hellfire-Pass. Der ist an echter Stelle und es wird wirklich Zeitgeschehen dokumentiert. Er befindet sich rund 100 km weiter in Richtung Burma, aber dort finden kaum Touristen hin. Nur wer sich für den damaligen Eisenbahnlinienbau interessiert, der hat überhaupt schon einmal vom Hellfire Pass gehört.

 

Phnom Penh and Pol Pot’s secret S 21

Tuesday, November 23rd, 2010

© Frank P. Schneidewind

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This trip was haunted a little bit, but my eldest boy was accompanying me, so I prepared it well – yet almost everything failed. One way or another my e-mails got lost or never found the receiving mail box. This time, there was no fancy military bike with those desirable plates available. My local contacts in Phnom Penh were on a training mission and not scheduled to return soon. A regular bike rental would do the job as well, but I had some requests. The Daelim motodup (motorbike taxi) specialty seat had to give way for an ordinary motorcycle seat. Well, we stayed somewhere near the Independence monument, at a guesthouse in some 5 $/night room. Phnom Penh did not attract Franky a lot, he wanted to get to the coast. So we did the 48 hour crash course for tourists, and I tried to include as many sights and places as possible. Mechanics fixed our rental bike meanwhile. Watch those extra-cargo seat platforms below, and make sure your bike doesn’t have such fancy outfit. Unless you plan to go with 3, 4 or 5 people, they are as uncomfortable as can be!

The chrome grip between the seats will try its best to give your butt some good kicks at potholes or on rough roads. Horrible for a grown-up, as you sit confined to a space, which is made for Asian sized people. That’s quite a difference from my 5’11” frame (180+cm).

As work progressed, we planned this day in detail. Boeng Kak Lake’s backpacker district for a possible sunset over the lake, then the famous bars and restaurants with a dinner along Sisowath Quay.

We made the backpackers hideout on the lake, but it was cloudy, so no sunset visible.:(

My question, if my boy figured those garlic fried spiders (from the preceding report) taste better with mustard or with ketchup, he gave me this look:

Sharky, the famous pool bar was on the way south again. So we looked around a bit, but didn’t want to waste too much time. Snooker was also not our favorite thing. But their 24h convenient store Sharky Mart had imported ice cream in stock. We felt like we needed one and opted to eat one each on the spot.

The next stops were along the river on Sisowath Quay. Happy Pizza or Wagon Wheel? Franky didn’t like either, none had a view of the Bassac river.

We ended up on the first floor of the FCC (Foreign Correspondents Club) and ate a late dinner. The view from up there is decent, as you can see the Bassac (or Tonle river) meeting the Mekhong from there well.

A full day of market shopping and S 21 were on our agenda for the next day. We started off in the early morning with a visit to the sculpture makers village in a remote southern part of town.

Then we spent some time at each of the 3 big markets, the Psar Thmei, the Olympic Market and finally the Russian Market.

The Russian Market is not far from Toul Sleng, the famous S 21 concentration camp, along the way are typical Cambodian motorcycle repair shops, about 50 of them, side by side.

We finally got to the famous place, where many lost their lives at the hand of Khmer Rouge killers. It looks not so bad from the outside. The razor-wire and barbed wires on the former school’s fence looked old.

Inside the compound, several school type buildings with three levels each do not tell of the horror scenarios, which happened mostly inside the former school rooms. It is a museum now and displays a lot of the gear, that the K.R. used on their prisoners here. Only few survivors were ever known to have lived through this.

Franky had a lot of questions, and the little brochure we got at the entrance helped to answer. He was going to present some work for his own class, regarding Pol Pot and his killer crews, upon his return to school. This was a real on-hand experience for my son. To see the gallows, where many were killed and other tools, where torture was inflicted and inmates tied down to die.

Some rooms displayed hundreds of black and white photographs of those that vanished within these walls. Franky was emotionally distressed and we called it a day after this. He lost any appetite and just wanted to rest. This always takes a toll on me as well, and I am sure glad that some gruesome evidence is no longer on display here. The one item I will never forget, is the huge skull map of Cambodia, which was made entirely out of human remains. They took it down after the Millennium some day and never put it back up again.

The next day was going to get us to Sihanoukville on the coast, where we will almost end our loop-journey around some parts of this great country. We went to bed early to catch the first bus, after we bought the tickets at the bus terminals counter.