December, 2011

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Spaßmaximierung mit Gaumenfreuden – ein Tagesausflug auf der KONTIKI

Friday, December 2nd, 2011

© 2011 Frank P. Schneidewind

 
 

Wir waren am Halloweentag in der Koh Chang Inselgruppe unterwegs. Es gibt hier viele Ausflugsboote zur Auswahl, aber die Meisten davon gehören Tauchschulen oder Tourbetreibern mit den unterschiedlichsten Routen und Programmen. Wir entschieden uns für die Ganztagesfahrt auf der Kontiki, weil deren Route und Programm uns als Familie mit kleinem Kind den meisten Spaß versprach. 15 Inseln sollten angesteuert werden und die Wasserqualitäten der einzelnen Stopps zum Schwimmen und Schnorcheln, waren handverlesen und vom österreichischen Eigner aus der Vielzahl von möglichen Schnorchelstopps rund um die Nettwetterinsel ausgesucht worden.

Bootsreisen sind mit einem aktiven, 19 Monate alten Kleinkind schon ein Abenteuer für sich, aber unser Teddy liebt das Wasser, die Fische und überhaupt die Entdeckungstouren mit seinen Eltern. :)

Die permanente Crew mit acht Kräften auf diesem Boot tat alles in ihren Kräften stehende, um diese Spaßtour auch perfekt zu gestalten.  Diese Bootsboys servierten auch Drinks und halfen später den  Passagieren mit dem kleinen Beiboot den Strand zu erreichen.


Mit einem üppigen Frühstück an Bord wurde die kurze Fahrtzeit zum ersten Stopp praktischerweise überbrückt. Das untere Deck musste für das Buffet herhalten. Es gab Schinken, Rührei und frisches Brot und eine leckere Auswahl eingelegter Delikatessen. Kaffee und Tee gab es bis zum Abwinken und das Frühstück war übrigens richtig lecker. ;)

Fruchtsäfte komplettierten das Angebot trefflich und das perfekte Timing gefiel auch.

Jeder an Bord hatte genügend Platz und einen Platz mit guter Aussicht. Das Thermometer zeigte zwar 30 ° C an, aber der Fahrtwind verschaffte eine natürliche Kühlung. Niemand fühlte sich veranlasst, in die klimatisierte Kabine (Air-Condition!) auf dem Mitteldeck auszuweichen.

Mrs. Cat war der Catering-Engel, ständig darum bemüht die Kaumuskeln der Passagiere in Bewegung zu halten, in dem sie permanent nachlegte oder nachfüllte. Gut sichtbar sind hier auch die Schwimmwesten, von denen eine Überzahl an Bord war, denn fast jede Sitzgelegenheit war mit einer Schwimmweste ausstaffiert.

Nach dem Frühstück waren wir gestärkt für neue Taten und unser erstes Ziel kam auch bereits in Sichtweite – die Insel Koh Wai

Der Tag began bereits völlig reibungslos mit einem arrangierten Abholen der Passagiere per Songtheauw, dem typisch thailändischen Inselbus, welcher übrigens genau so wie das abendliche Heimbringen zum jeweiligen Resort bereits inkludiert war. Der kurze Spaziergang entlang dem Stelzendorf Bang Bao zum  Pier, gab jedem noch die Gelegenheit zu Einkauf von Fischfutter (nur 20 Baht pro Tüte!).

Der einzig negative Punkt auf dieser Spaßfahrt, war die unüblich hoch stehende Flut, welche die ausladenden Traumstrände hier zu kleinen Streifchen verkümmern ließ.  Die gleiche Springflut sorgte in der Hauptstadt Thailands synchron für größeren Kummer. Die Wassermassen bei Bangkok beschäftigten an diesem Wochenende die Weltpresse. Für uns war der einzig sichtbare Effekt eine reduzierte Strandfläche – na ja. ;)

Die Kontiki hat drei Decks. Das obere Deck war den Sonnenanbetern vorbehalten, für die gab es flauschig weiche Liegeflächen um die Hautbräunung auch angenehm zu gestalten, doch der Rest des luftig konzipierten Schiffsaufbaues ergab auch reichlich schattige Plätze. Das Mitteldeck beherbergte die klimatisierte Kabine, die Brücke und das zusätzliche vordere Sonnendeck, während das Unterdeck den Komfortbereichen vorbehalten war. Gleich zwei richtige Toiletten und eine Frischwasserdusche für Schwimmer und Schnorchler, um das Salzwasser ordentlich abzuspülen.

Herbstlaub ist sicher etwas, was hier in den Tropen von Naturliebhabern oft vermisst wird. Aber wir konnten unsere Herbstfarben sogar im Bild festhalten. Das gefiel uns ganz gut mit dem perfekt blauen Himmel und der Nettwetterinsel Koh Chang am Horizont.

Der feine, helle Puderzuckersand hier war eine Wohltat für die Augen und wunderbar für die nackten Füße.  Die Kontiki musste weit vor dem Strand ankern, aber das Beiboot brachte jeden Beachlover bis ganz nah an den Strand heran. Während normaler Gezeiten ist hier ein sehr weitläufiger Traumstrand, doch an diesem Tag bedeckte die Springflut einen großen Teil davon. Doch das tolle Farbenspiel in dem superklaren Wasser hier, entschädigte uns angemessen dafür.

Draußen am Ankerplatz war die Crew fleißig mit dem Grillen und Zubereiten des Mittagessens beschäftigt. Gelegentlich wehte der Wind ein wenig Grillgeruch herüber zu uns. Immer noch satt vom Frühstück zollten wir dem Anfangs gar keine Beachtung. Doch mit fortschreitender Zeit sorgte das appetitanregende Aroma in der Nase in den Schnorchelpausen für eine gewisse Neugierde und eine vermehrte Speichelbildung im Rachenraum.

Melona fuhr ein paar Mal mit dem Beiboot hin und her, um ein paar neue Perspektiven für die Kameralinse zu bekommen. Wir waren mit dem zu erwartenden Programm vertraut und warteten mit eigenen Wasseraktivitäten bis zum zweiten Schnorchelstopp, denn dort gab es ein Korallenriff und nicht nur einen gefluteten Strand.

Das flache Wasser war ein idealer Übungsgrund für angehende Schnorchler, um sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen. Jeder hatte seinen Spaß, aber der Fischreichtum hier war sehr überschaubar.

Der nächste Stop war da schon von einer anderen Beschaffenheit, denn hier sorgte ein umfangreiches Korallenriff für eine tolle Artenvielfalt. Zwei felsige Inselchen markierten das Riff und die Schnorchelbande war angeregt, eine Inselumrundung zu wagen.

Das andere, noch spärlicher mit Bewuchs gesegnete Inselchen, markierte den direkten Riffbereich gut sichtbar für die Schnorchler.

Der hiesige Ankerplatz war ganz in der Nähe des Riffs und Melona wartete noch ein paar Minuten, bis die schnorchelnden Inselumrunder etwas entfernt waren. Dann warf sie etwas von dem mitgebrachten Köder in das Wasser und es dauerte nur Sekunden, bis ein gieriger Mob von bunten Korallenfischen sich über das hingeworfene Brot hermachten.

Teddy erschrak fast, seine geliebte Mama dann in das Wasser hüpfen zu sehen, aber er sah dann auch laut quietschend freudig zu, wie seine Mutti den Fischschwarm mit der Hand fütterte!

Das begeisterte unseren Teddy natürlich und jeden der Korallenfische kommentierte er fingerzeigend mit lauten Ausrufen "Fish!" "Fish!", seine Begeisterung gar nicht verhehlend. Das große Fressen dauerte rund 20 Minuten und Teddy warf seiner Mutter immer wieder neue Brotstückchen zu, welche dann umgehend an den Schwarm verfüttert wurden. Der Kleine wollte gar nicht aufhören und hatte seine helle Freude an dem Treiben vor ihm im Wasser.

Die Crew lud dann zu Tisch ein.

Was hier geboten wurde, das erinnerte eher an das Menü eines guten Restaurants, als an einen Spaßausflug im Paradies. Jeder war wieder hungrig, denn das Schnorcheln ist schon eine recht intensive Bewegungstherapie für alle. Herzhaft zuschlagen war nun die Devise und die Passagiere begrüßten die Schlemmerpause sehr. Frisch zubereitete Thai Spezialitäten wurden mit etlichen Salaten gereicht. Dazu gab es viel Gemüse, duftenden Jasminreis und tolles Grillfleisch, eine lukullische Sensation auf dem Golf von Thailand inmitten der schönsten Eilande. Säfte, Trinkwasser und Coca-Cola oder Sprite wurden eisgekühlt dazu gereicht. Niemand sollte hungrig oder durstig bleiben und Zeit für einen Nachschlag war auch noch genügend, während die Kontiki unserem nächsten Ziel entgegentuckerte.

Der dritte Schnorchelstopp fand in einer geschützten Bucht statt, hier war das Wasser spiegelglatt und wellenfrei, ideal für unseren Filius nun auch in das Wasser zu dürfen.

Er brauchte gar nicht erst lange überredet werden, sich eine Schwimmweste verpassen zu lassen und quietschte schon vor lauter Freude, als Mami ihm die Badehose anzog, denn das Ritual kannte er ja bereits von zahlreichen Strandbesuchen. Ich wäre gerne mit dabei gewesen, aber einer muss ja fotografieren.;)

Es dauerte auch hier nicht lange, bis die Korallenfische zunächst etwas scheu herankamen, um sich etwas von dem Brot zu holen. Unser Knirps hatte einen Heidenspaß im warmen Wasser mit den vielen exotischen Fischen.

Es sollte noch eine vierte und finale Schnorchelepisode geben, bei der ich dann endlich an der Reihe gewesen wäre. Aber ich ließ Teddy mit seiner Mama noch einmal den Vortritt und filmte die beiden dabei. An Bord retour wurden wir dann mit einem herrlichen Marmorkuchen nach Großmutter-Art begrüßt, frisch gebacken natürlich und selbst gemacht vom Chefkoch Roland. Es war sehr schwer da zu widerstehen, zumal der Geruch frischen Kaffees dazu ganz blendend passte. Ehrlich gesagt, diese unschlagbare Bordverpflegung wird noch für viele, hochzufriedene Spaßtour-Cruiser auf der Kontiki sorgen.

Der Marmorkuchen schmeckte übrigens mindestens so gut, wie er aussah! ;)

 

Wir waren fertig mit dem Schnorchel- und Schwimmprogramm und die Kontiki näherte sich wieder dem Ausgangshafen. Immer wieder wurde auf den Decks frische Fruchtplatten gereicht, falls doch noch jemand einen Appetit auf etwas Vitamine hatte.

Ein letztes Erlebnis an einer Felsklippe bei Bang Bao, hatte der Kaptitän noch in Petto. Die steile Felsklippe in der Nähe des Stelzendorfes Bang Bao, war die Heimat einer Affenschar. Rund hundert Tiere oder mehr, hatten sich diese (von Land unzugängliche) Halbinsel als Heimat auserkoren. Schon von Weitem kündigte der Kapitän unser Kommen durch das Schiffshorn an, was Bewegung auf die nur scheinbar leblose Steilküste zauberte.

Die Bootsjungen kletterten in den Bug und warfen dem Affenvolk Früchte und Essensreste auf den steilen Felsen. Auch wenn manches davon wieder in das Wasser fiel, so war doch schnell ein Affe zur Stelle und holte das Begehrte heraus.

So kam also auch ein wildes Affenvolk in den Genuss eines kleinen Fressfestes. Eine auch aus ökologischer Sicht sehr sinnvolle Angelegenheit, denn die clevere Resteverwertung belastet die Umwelt der Nettwetterinsel dadurch weniger. Den Affen machte die Jagd nach der leichten Beute auch sichtlich Spaß und jeder an Bord konnte das tolle Schauspiel mitverfolgen.

Der Affenfelsen von Bang Bao war nur noch eine kurze Fahrt vom Pier entfernt, wo der Leuchtturm von Bang Bao unseren Liegeplatz signalisierte.

Diese fantastische Bootstrip war die 1.500 Baht (ungefähr 38 €) sicherlich wert, denn jeder Transport zu Lande und zur See als auch die Benutzung der Schnorchelausrüstung war ja bereits im Preis enthalten.

Ihr SIAMPEDIA Team war bestimmt nicht das letzte Mal auf der Kontiki, denn es kommen uns ja nun hier auch viele Freunde besuchen.