Der Lauf ums Leben, Seeschildkrötenbabies bei Ranong

Written by Frank on January 8th, 2010

© Frank P. Schneidewind



Die Andamanensee an der Küste Thailands zum Indischen Ozean hat sehr viel zu bieten. Sobald man den Isthmus von Kra in Richtung Süden überquert hat und Ranong hinter sich gelassen hat, ist man im Bereich eines fast durchgängigen Mangrovenwaldes, der von Felsküste und Sandstränden nur gelegentlich unterbrochen wird. Auf der gesamten Strecke bis nach Phuket gibt es fast nur kleinere Fischerdörfer, aber auch Nationalparks und das bekannte Khao Lak, eine Scheinidylle für dem Massentourismus hergerichtet. Alljährlich werden große Summen für das Werbebudget dieser Zone ausgegeben, für die Natur und Arterhaltung der Flora und Fauna fehlen solche Riesensummen aber. Zu Khao Lak, einem ehemaligen Geheimtipp, da gibt es nun einen eigenen SIAMPEDIA Report. Hier kümmern wir uns nur um Bemühungen zur Arterhaltung der Seelebewesen.

Ein wenig aber wird getan und so gibt es beispielsweise einmal jährlich eine Aussetzung von Schildkrötenbabies am Strand eines Nationalparks, der ca. 40 Autominuten südlich von Ranong liegt und somit weit genug vom Massentouristenbeach Khao Lak entfernt ist. Eine thailändische Universität züchtet kommerziell Seeschildkröten für die Meere Thailands, diese Turtlehatchery wird von Meeresbiologen und Veterinären betreut.

Einmal im Jahr kommt dann der große Moment vor dem Einsetzen der Monsunzeit im Frühjahr, wo Hunderte von kleinen, lebensfähigen Seeschildkröten ausgesetzt werden. Diesen Moment passte Team Hinigugma ab und erstellte im Vorjahr diesen Report für Sie!

Ich durfte dabei helfen, diese kleinen Kreaturen aus ihrem Transportbehältnis zu befreien und in Wassernähe laufen zu lassen. Das war ein unbeschreiblich schönes Erlebnis, vielleicht sehe ich eine ja mal wieder, wenn ich zwischen den Similan Inseln und Koh Payam wieder tauchen gehe!

Die Kleinen rannten, was die Flossen hergaben, zum Wasser und wurden oft wieder angespült, erst bei kurzen Wellenpausen uder günstger Rückströmung gelangten sie ins Wasser, so dass sie schwimmen und unter Wellen tauchen konnten. Nun waren die Babies zu Hause und wir sahen Ihnen noch lange nach. An den Strand, oder besser an einen noch viel versteckteren, da kehren die Weibchen wohl erst zur Eiablage wieder retour. Im normalen Zyklus würde das Protein auf 4 Flossen nach dem Schlüpfen wohl oft im Topf eines Tom Yam oder auf Delikatessenmenüs gewissenloser asiatischer Köche, besonders denen von Chinesen landen. Wir drücken unseren gepanzerten Freunden die Daumen, hier müssen sie keine Jetskis oder Powerboote fürchten, nur den Gefahren die da im Meer lauern, denen sind sie nun überlassen und haben nur ihren Instinkt.

Das tolle Erlebnis haben wir auch auf einem kurzen Video festgehalten, dieses möchten wir nicht vorenthalten:

© 2010 by TEAM HINIGUGMA

 

Siampedia wird in der Folgezeit vermehrt von Situationen berichten, welche löblich und positiv für das Umweltgewissen der Thailänder sind. Reports, in denen wir von überbevölkerten Resortstränden oder untragbaren Vermüllereien von ausgewiesenen Badebeaches schrieben, die gab es ja auch schon.

 

Wer der thailändischen Sprache mächtig ist und das hier entziffern kann, der kann auch diesen tollen Strand erreichen, entweder per Taxi oder mit dem Chauffeur.

 

 

 

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