Strand

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Cha-Am, Küstenresort vor den Toren von Bangkok

Tuesday, April 6th, 2010

© 2010 Frank P. Schneidewind



Cha-Am liegt direkt am Golf von Thailand und zirka 200 km südlich Bangkoks in der Phetburi Provinz, an der Hauptverkehrsachse namens Phetkasem, welche den gesamten südlich gelegenen Teil Thailands verkehrstechnisch mit dem Bereich Bangkok und dem Rest des Landes verbindet. Cha-Am liegt auch an der in den Süden führenden Eisenbahnverbindung und teilt sich mit dem Nachbarstädtchen Hua Hin einen kleinen Flughafen, welcher aber derzeit nicht von Linienflügen angedient wird. Fernbusse ab dem Sai Mai Terminal in Bangkok und Minivans ab dem Victory Monument (180 Baht) werden wegen der bequemen Verbindung (2 ½ Stunden) dem Zug gegenüber bevorzugt, denn dieser benötigt die doppelte Zeit ab Hua Lamphong.

Cha-Am hat im Gegensatz zu den südlicher gelegenen Landesteilen bis hin nach Chumphon und dem Isthmus von Kra auch richtig viel schönes Hinterland. Der Kaeng Krachan Stausee liegt genau westlich in Richtung Burma in etwa 45 km Entfernung. Ein Naherholungsgebiet mit toller Berglandschaft in der Nähe, wird ausschließlich von den Einheimischen frequentiert. Cha-Am selbst hat einen langen Sandstrand vorzuweisen, die Qualität des Strandes lässt aber recht viele Wünsche offen. Stark gezeitenabhängig, bietet sich hier ein Tummelplatz für Strandbesucher, denen die Strände im Südosten von Bangkok entweder zu dreckig (siehe mein Bang Saen Report) oder zu sehr von Prostitution und Rotlichtmilieu geprägt sind. In Cha-Am kann man übrigens hervorragend und preiswert Fische und Meeresfrüchte direkt am Strand verzehren.


Herbergen, wie Hotels und Gasthäuser, gibt es hier in Hülle und Fülle und das niedrige Preislevel in Cha-Am begeistert die Besucher. Mittlerweile haben sich auch ein paar Luxusherbergen mit ihren Riesenbauten am Strand etabliert, doch für uns sind die Häuser zum kleinen Preis direkt an der Promenade oder in unmittelbarer Nähe davon gut genug gewesen. Das ersparte Geld wurde gerne in kulinarische Genüsse investiert oder eben in verlängerte Trips.

Strandtypische Marktstände verkaufen Badesachen und Souvenirs zu Spottpreisen an der Promenade, aufblasbares Spielzeug für die Jüngsten oder T-Shirts sind auch zu haben.

Hier kann wirklich eine ganze Familie für den Gegenwert von 10 € neu mit Beachwear eingekleidet werden.

Mietmopeds gibt es auch zu Hauf, der Tarif ist Verhandlungssache, aber 300 Baht für 3 Tage oder 150 Baht für Einzeltage sind realisierbar.

Thais mieten gerne eines dieser pedalgetriebenen Cruiser, welche man auch von etlichen europäischen Ausflugsgebieten her kennt.

Der Strand bei Ebbe sieht nicht so berauschend aus, der Sand fällt in sehr flachem Winkel zum Wasser hin ab und nur der trockene Bereich oberhalb der Flutlinie wird von den hiesigen Urlaubern genutzt.

In diesem Sektor an der Promenade sind auch die Verleiher von LKW-Schläuchen ansässig, die hier den unsicheren Schwimmern das sichere Plantschen schmackhaft machen.

Der Sand hat einige verunreinigt wirkende Stellen, wo die Strömung bei abfließendem Wasser Muschelfragmente und Muscheln ablagert. Tut unter ungeschützten Füßen etwas weh und eignet sich vielleicht ganz toll zum Fakirtraining oder als Durchblutungstherapie. Diese Stellen können aber gezielt gemieden oder umgangen werden.

Bananenbootfahren steht bei den Kids hier hoch im Kurs, entsprechende Anbieter finden sich entlang der Wasserlinie. Die Preise sind so bei unter 100 Baht pro Runde, je nach Gusto des Betreibers.

Der dichte Schirmwald am Strand ist nicht jedermanns Sache, aber Schatten suchende Gäste brauchen hier keine Angst vor der mächtig starken Sonne am Golf zu haben.

Später bietet sich dann ein fast durchgängiges Gewimmel von schattigen Spots, an denen der Besucher auch bewirtet wird. Wer etwas verzehrt, der kann Strandliegen und Schirme natürlich völlig gratis benutzen.

Cha-Am hat nicht das Flair einer Insel und auch nicht das vom unweiten Hua Hin (25 km). Preiswert ist es hier aber und für viele durchaus akzeptabel. Wer nicht gerne weit reist und auf deutsche „Futtern, wie bei Muttern“-Kultur verzichtet, der kann hier schon ein Wochenende oder einen Kurzurlaub in „Low-Budget-Rahmen“ verwirklichen. An Essbarem mangelt es wahrhaft nicht, aber die thailändische Küche hat sich hier eindeutig und gar nicht verdrängen lassen. In einer halben Stunde ist man schnell über die schnurgerade Straße mit dem Mietmoped oder Bus nach Hua Hin gefahren – dort gibt es dann kulinarisch wirklich Alles, was ein Urlauberherz begehren kann!

Destination Khao Lak – Enttäuschung pur

Saturday, January 9th, 2010

© 2010 Frank P. Schneidewind

Prospekten und Reiseführern nochmal Glauben schenken … das fällt mir immer schwerer!

Der ehemalige Dreambeach in Khao Lak, nördlich von Phuket, westlich Phang Ngas und südlich von Ranong war in der Vor-Tsunamizeit ein wirklich nettes Fleckchen! Habe damals nur Papierbilder gemacht, aber es sah dort paradiesisch aus. Dann kamen so um die Jahrtausendwende die ersten Investoren und machten systematisch alles kaputt, was mir gefiel. Plötzlich kostete mein Khao Pad oder Pad Krapao nicht mehr 20 Baht, sondern 50 – die billigen Unterkünfte wichen den 4 oder 5 Sternehütten der TUI, Neckermann- und anderen Meiers-Globetrottern, eine nach der anderen. Hakte damals Khao Lak bereits für mich ab. Was sich dort aber heute präsentiert, das schlägt allen Fässern den Boden aus:
Millionen von Zigarettenkippen und auch Glasscherben direkt am Beach über hunderte von Metern!:

Sehr scharfkantige Felsen im direkten Badebereich:

Nur aus der Entfernung kann ich dem noch ‘was abgewinnen:

 

Dazu starker Baulärm allerorts im Village und hochpreisige Restaurants mit noch hochpreisigeren Accommodations – muss ich meinem Ganzjahres-Paradies Budget nicht zumuten, behalte mir mein Vor-Tsunami Khao Lak lieber in der Erinnerung. Bald gibt’s hier aber ein 24h McDonalds und noch ein paar Kathoeyshows etc. für die Damen und Herren Qualitätstouris.

 

Obiger Beach ist nur 40 Min von Khao Lak (südlich) entfernt, nach der Hinigugma’schen Beachskala aber nicht nur “Dii”, also Gut – sondern “Dii Maak”, also Sehr Gut, weil völlig frei von den Sandburgenbauern, Beachzumüllern und Strandverkäufern. Leider überhaupt keine Guesthouses in unmittelbarer Nähe.

Der recht ungepflegt wirkende Beach in Kho Lak, ist noch von einem Bächlein unterbrochen, dessen Bachbett Verfärbungen aufwies und gelegentlich Schaum und Algenflöckchen mit sich führte. Ich habe das nicht näher untersucht, weil zu diesem Zeitpunkt Khao Lak für mich als Badeort beeits gestorben war. Was aber die anwesenden Tourihorden nicht vom Baden abhielt. Jeder hat halt seine eigenen Standards :)

 


Fest steht für mich nun: Das malerische Fischerdorf gibt es nicht mehr, der Beach ist total heruntergekommen (ungepflegt). Man bastelt hier nach meinem Dafürhalten kräftig an einer Katalogstrandidylle für Tausende von Pauschaltouris je Monat. Wir brachen vorzeitig auf, denn es gab noch viel Interessantes auf unserem Weg gen Süden zu sehen … viel gescheitere Strände zum Beispiel. Buddhaseidank waren wir ja motorisiert und mussten hier nicht länger verweilen. ;(

Khao Lak wird mir nun nur noch als überstrapazierter Müllbeach in der Erinnerung verbleiben! Was Reiseführer und Broschüren der Veranstalter betrifft, haben diese für mich an Glaubhaftigkeit sehr stark eingebüßt und zwar endgültig!